Vom Hobby zum Beruf

Aus Spaß wird Ernst, aus dem Hobby wird der Beruf. Sich fast 24 Stunden mit einem Thema zu beschäftigen hat Vor – und Nachteile. Letztendlich bleibt jedoch die Frage: Sollte Hobby doch lieber Hobby bleiben und Freizeit damit Freizeit?

Neulich schrieb Antonia von Amazed einen grandiosen Artikel mit dem Thema: Plötzlich gelangweilt. Darin ging es um Inspirationslosigkeit, das Gefühl sich leergesaugt zu fühlen und der Gefahr seine Kreativität zu verlieren. Kurz gesagt, sie traf mir damit direkt ins Herz.
Eigentlich bin ich ein Mensch, der nur über die Straße gehen muss und darüber einen Roman schreiben könnte. Nie fehlt es mir an Wort, nie an Lust und nie an Inspiration. Bis der Sommer kam. Vielleicht lag es an der Hitze oder vielleicht war nach drei Jahren Tag und Nacht Mode der Zeitpunkt gekommen, an dem mein Kopf eine Pause von dem Thema brauchte. Vielleicht war aber auch mein Anspruch an meinen Blog gestiegen und es fehlte mir an Umsetzungsideen. Jedenfalls erschien mir keine meiner Ideen umsetzungswürdig, ich tippte hundertmal einen Text, nur um ihn am Ende wieder zu löschen.

Aus meinem Hobby wurde Beruf. Seit ich vielleicht so 11 Jahre alt war, liebe ich Mode. Zuerst waren es Zeichnungen und Modedesign. Über die Jahre merkte ich aber, dass ich keinerlei Begabung fürs Nähen hatte und dass meine Leidenschaft das Schreiben war. Modejournalismus sollte es also sein. Aus der Idee wurde tatsächlich Wirklichkeit, denn ich studiere Modejournalismus und befinde mich so langsam auf der Zielgeraden. Seit ich 11 Jahre alt bin, beherrscht also vor allem ein Thema mein Leben. Was am Anfang aus Malen, Zeitschriften und Blogs lesen bestand, wurde zum Beruf und damit zur Pflicht. Mode steht in meiner normalen Studienzeit bestimmt mindestens 14 Stunden im Fokus. Erstmal das Studium, danach der Blog, dann das Hobby. Ganz schön viel Mode.

Vielleicht ist das immer die Gefahr, wenn man sein Beruf zum Hobby macht. Dieses Leergesaugt-Gefühl musste ja irgendwann kommen. Wenn man auf einmal eigentlich kein Hobby mehr hat, weil es zum Beruf geworden ist.

Die Lösung? Die könnte sein, dass man sich ein neues Hobby suchen muss. Etwas, was mehr vom Beruf entfernt ist. Wo man sich erholen kann, andere Gedanken hat und unter keinem Druck steht, Erfolg zu haben. Dann kommt hoffentlich die Inspiration und die Kreativität wieder ganz schnell zurück und die Balance zwischen Hobby und Beruf wird wieder richtiggestellt.

Momentan finde ich meine Interessen beim Beauty-Thema. Nicht sehr weit weg von der Modebranche, aber weit genug, um mir Entspannung und neue Einblicke zu bieten. Die Minuten in denen ich mich damit beschäftige, mich schminke, dabei noch Youtube-Videos schaue, sind zu meiner Pause gworden. Da denke ich nicht großartig nach, sondern genieße einfach die 10 Minuten Ruhe, die es morgens und abends braucht, sich fertig zu machen. Und ich merke, langsam kehrt die Kreativität wieder zurück….und ich hoffe ihr merkt das auch.