Bein Freiheit

StylebyMarie_Outfit81_2

StylebMarie_Outfit81_3

StylebyMarie_Outfit81_1

StylebyMarie_Outfit81_4

23 Grad. Berlin. Die ersten Sommertage und damit kommt die Frage: Beinfreiheit ja oder nein? Anscheinend gibt es drei Arten von Mädchen:
1. Das Model – sie kann alles tragen was sie möchte und hat ohne große Mühe die perfekte Figur. Im Sommer würde sie nicht mal auf die Idee kommen, lange Hosen zu tragen. In ihrem Kleiderschrank türmen sich Shorts und kurze Röcke.
2. Die Gleichgültige – sie hat zwar nicht unbedingt Topmodel-Beine, schämt aber auch nicht dafür. Im Sommer ist es einfach viel zu warm für lange Hosen und deswegen werden kurze Hosen einfach ohne viel darüber Nachzudenken getragen.
3. Die Ängstliche – sie hat genau wie die Gleichgültige auch nicht die schlanksten Beine der Welt, aber dessen ist sie sich auch mehr als bewusst. Selbst bei 30 Grad im Schatten würde sie niemals an eine kurze Hose denken. Schwitzen ist eine Begleiterscheinung ihrer Persönlichkeit.

Früher war ich ganz eindeutig Typ 2. Ich bin mir bewusst, dass ich nicht Gisele-Bündchen-Beine habe und wahrscheinlich auch nie haben werde. Schon meine Oma betitele meine Beine als Stampfer, obwohl ich es mittlerweile nicht mehr ganz so schlimm empfinde (Kindheitstrauma!). Ob in der Schule im Sportunterricht oder im Sommer, mir war es ganz egal, wie meine Beine aussahen, Hauptsache es kam frische Luft heran, denn Schwitzen war ehrlich gesagt noch nie mein Fall. Natürlich bekam ich auch damals schon mit, dass es Mädchen gibt, die auch im Sportunterricht nur lange Leggins trugen und auch bei Sauna-Temperaturen ihre Skinny-Jeans nur allzu gerne an den Beinen kleben hatten.

Mit dem Alter kommt ja aber auch immer mehr die Selbstwahrnehmung und mit der Arbeit in der Modeindustrie der Vergleich mit den spindeldürren Models. Da schnitten meine Beine natürlich nicht sonderlich gut ab. Diesen Winter beschloss ich – auch dank des Stoffhosen-Trends – ich bin zu alt für Shorts und meine Beine sind dafür eh zu fett. Kleine Anmerkung: Ich bin gerade mal 20 Jahre alt.

Diesen Frühling merkte ich jedoch: Sag mal bin ich bescheuert??? Mit 20 Jahren ist man noch nicht zu alt für Shorts. Mit dem sechsmonatigen älteren Wissen – mit dem Alter kommt ja bekanntlich die Weisheit – ging mir ein Licht auf. Shorts sind schön und gut, aber ich verbanne sie (zum Großteil!) aus dem Alltagskleiderschrank. Für Zuhause und den Urlaub finde ich sie aber immer noch toll. Doch warum dieses strikte Verbot? Ich habe gemerkt, dass mir Shorts einfach nicht so gut stehen. Stattdessen entdeckte ich meine Liebe zu Oversized-Oberteilen, wie weiten Blusen und übergroßen langen T-Shirts – und damit auch die Liebe zur Beinfreiheit.

Was soll jetzt der ganze Aufwand und die langen Zeilen? Ganz einfach: Die Moral von der Geschicht‘: Beinfreiheit gibt’s auch, wenn man nicht Nastasia oder Annabelle heißt und in einer Modelkartei ist. Findet einfach nur heraus, was Euch steht: Ob weite Blusen, enge Midikleider oder eben auch Shorts. Im Sommer unnötig zu leiden, ist doch mehr als lächerlich.

Shirtdress – &Otherstories
Bag – COS (similar here)
Shoes – Adidas Stan Smith (for Kids)
Friendship Bracelet – VonHey (similar here)