Schrank Drama

Morgens vor dem Schrank zu stehen und nicht zu wissen, was man anziehen soll, ist ein grausames Drama. Die Zeit verfliegt viel zu schnell, die Klamotten fliegen durch die Luft, das Zimmer sieht verwüstet aus und doch fühlt man sich auch nach dem zehnten Umziehen immer noch nicht wohl, sondern verkleidet. Jahrelang habe ich mich jeden Tag davor gefüchtet und so vieles ausprobiert, um das Schauspiel zu vermeiden. Seit circa zwei Jahren ist es glücklicherweise soweit: Morgens herrscht friedliche Ruhe. Wie, was und warum ich das geschafft habe, erfahrt ihr jetzt:

Auswahl

Bestand mein Kleiderschrank früher aus ausgefallenen Trendteilen, so habe ich jetzt größtenteils Basics in meinem Kleiderschrank. Der Vorteil daran? Basics kann man immer gut kombinieren. Egal ob untereinander oder mit etwas auffälligeren Teilen (wenn ich so etwas überhaupt besitze). Ich habe zum Beispiel gemerkt, dass ich Kleider einfach nicht trage – Ausnahme sind da Midikleider im Sommer – deswegen kaufe ich einfach keine mehr. Die Auswahl beschränkt sich also auf Hosen und da auch nicht auf 20 Stück, sondern maximal auf zehn. Dann noch ein Oberteil und eine Jacke und schon bin ich fertig.

Wetter

So einfach es auch klingen mag, so schwer kann es sein, das Wetter zu beachten. Morgens laufe ich als erstes zum Fenster und schaue raus, danach wird das Wetter gecheckt. Soll es heute noch regnen? Scheint die Sonne und es wird heiß? Wenn es regnen soll, dann weiß ich zum Beispiel, dass meine Klamotten nicht super empfindlich sein sollen (keine Seide! keine empfindlichen Schuhe!) Meistens trage ich dann eher abgerockte Sneakers, bei denen es mir egal ist, ob sie nass werden. Bin ich den ganzen Tag in der Uni, dann weiß ich, da ist es meistens stickig und zu warm, oder viel zu kalt. Da muss der Lagenlook her oder eine Strickjacke in den Rucksack.

Pläne

Was habe ich heute vor? Wenn ich weiß, dass ich später in den Park gehe, dann ziehe ich keinen kurzen Rock an oder eine super enge Hose. An langen Tagen gilt immer: bequem muss es sein. Will ich noch Fotos für den Blog machen? Dann sollte es vielleicht kein Gammellook sein, verkleidet aber auch auf keinen Fall. Bin ich den ganzen Tag unterwegs, dann müssen es flache Schuhe sein. Beachtet einfach, was ihr vorhabt, denn nichts ist ärgerlicher, sich zum Beispiel mit einem engen Minirock beim Fahrradfahren zu entblößen.

Wiederholung

Zweimal hintereinander auf keinen Fall das gleiche tragen? Das ist echt eine Regel von gestern. Eins zu Eins würde ich natürlich nicht das gleiche Outfit tragen, aber ein Teil daraus auf jeden Fall (außer Ihr habt am Vortag geschwitzt, Geruchsprobe!). Ein Teil steht dann schon mal, dann fehlt nur noch Hose bzw. Oberteil. Zeit gespart!

P.s. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kleidung abends rauszulegen mir gar nichts bringt. Was ich abends noch schön finde, finde ich morgens irgendwie doch nicht mehr so gut. Ich brauche die spontane Entscheidung aus dem Bauch heraus, aber ein Kleiderschrankdrama hatte ich trotzdem schon sehr lange nicht mehr.

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