Weiße Bluse geht nur im Büro?

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Wenn ich eines in den letzten Jahren vermieden habe, dann waren es weiße Blusen. Für mich der Inbegriff der Spießigkeit und des Unwohlseins. Schön gestärkt empfand ich weiße Blusen schon immer mehr als Zwangsjacke, als als schönes Kleidungsstück. Das Aha-Erlebnis kam mit dem Kauf einer weißen Bluse aus Viskose. Endlich kein Rascheln mehr beim Arme heben, kein ekliges Gekratzte am Hemdkragen und keine Armhaltung wie eine Barbiepuppe. Nein, ich lernte: Blusen können doch tatsächlich bequem sein. Das Problem des Komforts hätten wir also schon mal gelöst.

Wäre da nur nicht meine Phobie des Overdressed-Seins. Auch noch so etwas, was ich mit weißen Blusen verband. „Komm Ursula, wir gehen mal schick aus!“ Ursula greift ganz klar zur weißen Bluse. (Nichts gegen alle Ursulas dieser Welt!) Weiße Blusen sind einfach die Chanelkostüme des Volkes… Man sieht elegant aus und kann nichts damit falsch machen. Kann man mir da als Feind der schicken Abendgarderobe verdenken, dass ich jahrelang eine Aversion gegen weiße Blusen hatte? Aber seine Ängste muss man ja bekanntlich bekämpfen, also habe ich mich vor kurzer Zeit zum ersten Mal an eine weiße Bluse im Alltag herangetraut. Siehe da, es hat gar nicht wehgetan.

Die Kunst ist die lässige Kombination. Sneakers – ohne sieht man mich nur in Ausnahmesituationen – dazu eine lässige Bomberjacke. Denn Strickjacke zum weißen Hemd machen aus der Nachtschwärmerin Ursula eine Sekretärin. Ohne roten Lippenstift geht bei mir ja eh nichts, denn sonst herrscht Leichenalarm et voilà sogar ich kann mich mit meinem einstigen Hassobjekt anfreunden und richtig wohlfühlen.

Jacket – Stella McCartney (similar here)
Blouse – H&M Trend old (similar here)
Trousers – COS old (similar here)
Shoes – Adidas
Bag – &Otherstories old (similar here)
Lips – Bourjois Velvet Matte Lip Cream in Hot Pepper