24 Stunden Mode

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24 Stunden Mode. Jeden Tag das gleiche. Nie ein Pause von diesem Thema.

Dieses Problem hat man, wenn man sich sein Hobby zum Beruf macht. Mode ist etwas, dem man, anders als viele Modemuffel es denken, nicht entkommen kann. Okay, bei mir ist es nochmal extremer, weil Mode auch mein Beruf ist, aber auch normale Menschen setzten sich andauernd mit Mode auseinander.

Wie fragt Ihr Euch jetzt? Das ganze fängt schon beim morgendlichen Gang zum Kleiderschrank an. Jeder Mensch muss sich morgens entscheiden: Was ziehe ich heute an? Und damit trifft er eine Aussage. Jetzt gleite ich vielleicht ein bisschen in die Vorurteile ab, aber ein Mensch, der sich eine Jack Wolfskin Allwetter Jacke anzieht, drückt damit genauso etwas aus, wie einer der sich eine Chanel-Tasche um die Schulter hängt. Dann geht es auch schon weiter. Wir beurteilen jeden Tag Menschen nach ihrem Kleidungsstil. Das erste, was wir sehen, ist nun mal seine Kleidung. Und jetzt mag das jemand abstreiten und sagen: Nein, ich achte als erstes aufs Gesicht. Aber das ist ganz einfach falsch. Denn Kleidung bietet unserem Auge schon eine vielfach größer Fläche zum Beobachten. Kommen wir einfach zu dem Schluss: Jeder von uns beschäftigt sich mit Mode! (Deswegen sollte Mode in Deutschland vielleicht auch mal als Kulturgut angesehen werden, aber das ist ein anderes Thema…)

Stellt Euch jetzt mal vor, Ihr studiert und arbeitet auch noch in einem Beruf, der etwas mit Mode zu tun hat. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Mode und beschäftige mich (meistens) gerne mit ihr, aber manchmal wird es mir einfach zu viel. Das ist gerade der Fall. Hach, wünsche ich mich zu den Zeiten zurück, als ein Magazin durchzublättern noch entspannend war und man die Kleider auf den Golden Globes einfach nur bewundern konnte. Doch mit dem Wissen kommt auch die Last. Immer über alles nachzudenken, alles zu analysieren und zu bemängeln. 24 Stunden Mode ist im Moment nicht gerade leicht für mich. Das geht einher mit modischen Krisen, einer Sehnenscheidentzündung in beiden Armen (Hölle!) und Zweifeln an der Berufsentscheidung. Obwohl nein, da korrigiere ich mich lieber selber, das stimmt nicht. Ich liebe meinen Beruf wirklich sehr und er macht mir meistens unglaublich viel Spaß. Aber manchmal sehne ich mich auch nach einer sinnvolleren Arbeit. Menschen helfen und wichtig sein. Oft kommt mir der Gedanke: Mich braucht doch eigentlich niemand. Aber mit dieser „Sinnlosigkeit“ muss ich zugunsten des Spaßes wohl leben. Ich denke es gibt Schlimmeres.

Habt ihr vielleicht auch einen Beruf, der auch zugleich Hobby ist und Ihr Euch manchmal wünscht, vor diesem Thema einfach fliehen zu können? Manchmal ist ein einziges Thema eben doch zu wenig, auch wenn man es sehr liebt. Wie kommt Ihr aus diesen Krisen wieder heraus?

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Life of a fashion journalist. Typewriting never ends.