Was ich 2015 nicht mehr sehen kann

2015NoGO

Inspiriert von Antonias Artikel über „Was man 2015 wirklich nicht mehr kaufen sollte“ habe ich mir unweigerlich die Frage gestellt, wann wird ein Hype zum No-Go und was ich persönlich 2015 nicht mehr sehen kann. Allerdings sind diese Ansichten natürlich sehr persönlich und ich möchte niemanden angreifen, der eines der Produkte besitzt. Am Ende kommt es natürlich darauf an, was Euch persönlich gefällt und ob die Sachen zu Eurem Stil passen.

Angefangen bei der Proenza Schouler PS11: DIE Tasche seit Jahren, wer sie trägt ist was, versteht was von Mode und gehört zum „elitären“ Kreis der Modewelt. 1500 Euro kann man anscheinend doch gar nicht besser investieren. Aber wie mein Marketingdozent zu pflegen sagt: Sobald Hinz und Kunz es tragen, ist es für die Trendsetter uninteressant und ein No-Go, noch mit den Sachen herumzulaufen. Ich möchte jetzt niemandem zu nahe treten, aber ich schätze mal, genau das ist bei der PS11 passiert. Man hat sie sich ganz einfach satt gesehen. Ich finde zwar immer noch, dass es eine schöne Tasche ist und würde ich für 1500 Euro nicht 100-mal überlegen und Monate sparen müssen, hätte ich sie bestimmt in meinem Kleiderschrank. Aber wenn ich jetzt mal nachdenke, ist die Tasche für mich uninteressant geworden. Denn mit einer Designerhandtasche drückt man entweder Gruppenzugehörigkeit aus oder Individualität. Beides gaukelt man sich wahrscheinlich vor, aber ich tendiere dann doch eher zur Individualität und bevorzuge es, nicht dauernd Mädchen zu treffen, die exakt die gleiche Tasche haben wie ich.

Machen wir weiter mit Designersonnenbrille. Gucci, Prada, Chanel, Dior. Alles tolle Namen, aber wer kann diese völlig überteuerten, meist hässlichen und unvorteilhaften Modelle noch sehen, auf denen dann auch noch fett das Designerlogo zu lesen ist. Liebe Designer, wir wollen keine fetten Designernamen mehr, sondern elegantes Understatement. Wer 2015 nicht mit einem fetten CC-Logo auf seiner Sonnenbrille von seinem Gesicht ablenken möchte, der hat schließlich noch viele andere Möglichkeiten: Mykita, C/O Eyewear, Le Specs, Finds, Linda Farrow, Oliver Peoples und so weiter.

Chanel-Broschen. Okay, okay, jetzt mache ich mich ziemlich angreifbar und es mag gemein klingen, aber ich kann diese Chanel Broschen an billigen Zara und H&M Klamotten nicht mehr sehen. Chanel – schön und gut. Dann aber auch bitte ein Original. Die Chanel-Brosche an Mütze, Schal, Blazer und Pullover zu klemmen ist doch eine Art Selbstbetrug. Nur weil die Brosche daran hängt, wird daraus nichts Hochwertigeres werden. Vielleicht habe ich zur Zeit aber auch einfach nur einen Chanel-Broschen-Overkill.

Acne Jensen Boots. Hier ist mal wieder der Zeitpunkt bei mir erreicht, an dem ich die Schuhe einmal zu oft gesehen habe. Spitze flache Boots finde ich auch zu einem weitaus günstigeren Preis auf der High-Street. Das mag man jetzt für alles sagen können, aber persönlich finde ich, dass das Design einfach nicht so einzigartig ist, dass ich dafür das Geld hinlegen würde. So richtig kann ich den Hype nicht verstehen und das obwohl ich eigentlich ein Acne-Fanatiker bin.