H&M und seine Kooperationen

Im Uhrzeigersinn: Lanvin; Sonia Rykiel; Comme des Garçcons; Marni; Matthew Williamson; Jimmy Choo
Im Uhrzeigersinn: Lanvin; Sonia Rykiel; Comme des Garçcons; Marni; Matthew Williamson; Jimmy Choo

Karl Lagerfeld. Stella McCartney. Viktor&Rolf. Roberto Cavalli. Comme des Garçons. Matthew Williamson. Jimmy Choo. Sonia Rykiel. Lanvin. Versace. Marni. Martin Margiela. Isabel Marant. Alexander Wang,

Es ist eine lange Liste mit vielen bekannten Namen. H&M hat seit 2004 mit vielen tollen Designern kooperiert. Alexander Wang war der letzte Coup des schwedischen Modeunternehmens. Und zum ersten Mal kam von Seiten des Internets nicht nur Begeisterung, sondern auch eine große Kritikwelle und Unverständnis. Die Kollektion sei untragbar und würde keinen Anklang finden. Kooperationen turnen ab, weil es im Endeffekt doch nur H&M ist und so weiter. Alles Kritik, die ich sehr gut verstehen konnte. Die Kollektion war wirklich eher untragbar, viele Teile steif und alltagsuntauglich. Zudem steigen die Preise anscheinend bei jeder Designkooperation an.

Viele hatten es so gesehen und so kam es auch. Die Kollektion war für H&M zumindest in Deutschland eher Flop als Top. Im Onlineshop war so gut wie nichts ausverkauft und in den Läden waren die Kleiderstangen voll. Doch das lag meiner Meinung nach nicht nur an dem Design, sondern auch daran, dass wir uns als Konsumenten verändert haben.

Immer mehr von uns kaufen viel gezielter ein. Smart Shopper nennt man das auch. Man spart an der einen Stelle, um sich auf an der anderen Seite etwas tolles kaufen zu könne. Zum Beispiel: Ich gehe nur bei Discountern Lebensmittel kaufen, kaufe mir aber regelmäßig Chanel Taschen. Ziemlich smart, wenn ihr mich fragt. Wir wollen nicht mehr dauernd und zu Tiefstpreisen konsumieren, stattdessen sparen wir lieber und kaufen uns hochwertige Sachen. Super Sache.

Liebes H&M, hier habt ihr wohl den Zahn der Zeit nicht mitbekommen. Die Designerkooperationen richten sich natürlich an modebegeisterte Frauen und Männer. Aber genau die Menschen, die H&M damit ansprechen will, wollen das doch gar nicht mehr. Schließlich ist Alexander Wang for H&M im Endeffekt auch nur H&M. Wenn ich mir bei der Kooperation vielleicht vier Teile hole, dann könnte ich mir auch schon ein Original kaufen. Warum sollte ich zu H&M, wenn ich mir auch ein Stück kaufen kann, was ich dann nicht an jeder zweiten Frau in der Straße sehe? So denken bestimmt auch viele von Euch und deswegen bitte ich H&M: Schluss mit den Designkooperationen. Die Zeit dazu ist vorbei. Wir sparen lieber und kaufen hochwertiger ein. Und wenn ich mal ganz ehrlich bin: So ein Hype um Klamotten und stundenlanges Anstehen für Klamotten ist doch auch nervig. Für so einen Hype fühle selbst ich mich mit meinen 20 Jahren langsam schon zu alt. 

Im Uhrzeigersinn: Maison Martin Margiela; Karl Lagerfeld; Versace; Isabel Marant; Viktor&Rolf
Im Uhrzeigersinn: Maison Martin Margiela; Karl Lagerfeld; Versace; Isabel Marant; Viktor&Rolf

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